Deine Aufgaben
Zu den Aufgaben der Pfleger*innen gehört meine körperliche Pflege am Morgen. Die fängt an, sobald ich ausgeschlafen habe und die üblichen Vitalparameter kontrolliert wurden (Blutdruck, Puls etc.) und meine Magensonde durchgelaufen ist.Während dieser Zeit höre ich gerne Musik, eigentlich höre ich fast den ganzen Tag Musik.
Sobald ich im Rolli sitze, kann ich mich selbstständig durch die Wohnung bewegen. Manchmal fahre ich mit dem Aufzug nach unten zu meinen Eltern oder beschäftige mich mit meinem Tablet. In dieser Zeit kannst du dich in aller Ruhe um die Doku kümmern, Bei guten Wetter können wir auch gerne eine Runde durchs Dorf drehen. Der Frühdienst ist dann auch schon so gut wie zu Ende.
Um 14 Uhr findet die Übergabe mit dem Spätdienst statt. Der Frühdienst fährt nach Hause und der Spätdienst übernimmt. Zum Schichtwechsel werden nochmal die Vitalparameter gecheckt. Nachmittags drehe ich gerne nochmal eine Runde mit meinem Hund, fahre ins Kino oder gehe manchmal auf ein Konzert, Zeit haben wir für alles. Manchmal besuche ich auch gerne meine Schwester, dafür müsstest du mich dort mit dem Auto hinfahren. Dann kannst du dich wieder der Doku zuwenden.
Wenn der Nachtdienst kommt, liege ich bereits umgezogen im Bett und du kannst die Vitalzeichen kontrollieren. Wir können im Anschluss z.B. eine Serie schauen, einen Film oder einfach quatschen. Wenn ich dann schlafe, hast du eigentlich nicht mehr viel zu tun, zwischendurch lagern und Vitalparameter der Beatmungsmaschine ablesen, das wars. Im groben wars das, es kann allerdings mal sein, dass ich Arzttermine oder Klinikbesuche wahrnehmen muss, zu denen du mich begleiten musst. Normalerweise fallen die Termine allerdings in die gewöhnlichen Arbeitszeiten.
Roomtour gefällig?
Im nachfolgenden Abschnitt wird der Pflegealltag aus der Sicht eines Pflegers dargestellt.
Hi, ich bin Stefan und war der erste Pfleger, den Mathias eingestellt hat, seitdem er seine Pflegesituation mithilfe des Persönlichen Budgets eigenständig organisiert.
Bevor ich hier angefangen habe, war ich einige Jahre in der ambulanten Pflege tätig. Außerdem habe ich in einer Demenz-WG und in einer sogenannten „Altersresidenz“ gearbeitet. Die Arbeit bei Mathias ist mit meinen bisherigen Stellen allerdings kaum vergleichbar.
Der größte Unterschied besteht für mich darin, dass sich die Arbeit hier nicht ausschließlich auf die Pflege konzentriert. Auch die Freizeitgestaltung spielt eine wichtige Rolle. Wir können eigene Ideen einbringen, Vorschläge für Konzerte oder Kinobesuche machen und Mathias bei seinen Unternehmungen begleiten. Dadurch können wir seine Freizeit aktiv mitgestalten und sind nicht nur für die pflegerischen Aufgaben da.
Natürlich ist eine professionelle Pflege wichtig und auch die Dokumentation gehört dazu. Trotzdem ist auch die Pflege von Mathias nicht mit dem Pflegestress vergleichbar, den ich aus meinen vorherigen Arbeitsstellen kenne. Hier haben wir ausreichend Zeit für die einzelnen Tätigkeiten und stehen nicht ständig unter Zeitdruck. Wir können während der Pflege entspannte Musik hören, uns in Ruhe unterhalten und die Aufgaben ohne Hektik erledigen.
Auch der zeitliche Aufwand für die Dokumentation hält sich in einem guten Rahmen. Dadurch bleibt tatsächlich Zeit für das Wesentliche – nämlich für Mathias und für ein gutes Miteinander.
Mit anderen Worten: Ich arbeite hier wirklich sehr gerne. Ich habe deutlich weniger Pflegestress als in meinen bisherigen Tätigkeiten und kann meine Arbeit hier viel entspannter und entschleunigter ausüben. Genau diese Kombination aus professioneller Pflege, Zeit, Selbstbestimmung und einem normalen Miteinander macht die Arbeit für mich besonders.











